Und eins ist keins?
- Aurelia Pangolini

- 18. Apr.
- 4 Min. Lesezeit

-Heute bin ich nicht zu Gesprächen aufgelegt! sagt Zebra schon, als Okapi gemütlich heranschreitet.
-Schon gut, schon gut! Wir müssen nichts Dringendes besprechen. Aber woher die schlechte Laune? will Okapi wissen.
-Wenn ich mir ansehe, welchen Einfluß narzisstische und unausgereifte Menschen haben, fällt mir manchmal nichts ein, was nicht schon tausendmal gesagt wurde. Gerade jetzt wieder - jeden Tag häufen sich die Idiotien und Desaster. Es ist schwierig, daran zu denken, dass das nicht alles ist.
-Ja, die Katastrophen sind menschengemacht. Wissen wir ja. Sie sind oft die Folge persönlicher Befindlichkeiten. Von Personen, denen alles andere egal zu sein scheint.
-Machtspiele, gekoppelt mit einer überdimensionalen Portion Kurzsichtigkeit. grummelt Zebra.
-Konsequenz der destruktiven Sandkastenspiele: alle - und auch sehr viele am Konflikt Unbeteiligte - werden in Mitleidenschaft gezogen.
-Aber man muss natürlich sehen, wer und was zu retten ist. Das ist unvermeidlich. Fast könnte man es so sehen: Die einen machen alles kaputt, die anderen bauen wieder auf, reparieren, helfen heilen. Und dazu muss man sich oft noch fragen lassen, ob es etwas verändert, wenn man nur einzelne Menschen oder Tiere retten kann.
-Dazu kann ich dir eine Geschichte erzählen.
-Kenne ich sie schon?
-Ja, ich glaube schon,.
-Spielt sie am Meer?
-Ja.
Zebras Miene erhellt sich ein wenig. -Ok, dann erzähl, ich glaube, ich weiß was kommt.
Okapi räuspert sich und macht eine Kunstpause, bevor es mit angenehmer Stimme zu erzählen beginnt:
-Eines Morgens lagen an einem hellen Sandstrand unendlich viele Seesterne, herangespült vom starken Wellengang der letzten Nacht. Das sah ein kleines Mädchen, als es gerade vergnügt auf einem Weg, der nahe am Strand entlangführte, unterwegs war. Sogleich nahm sie eine Abkürzung zum Wasser hinunter und machte sich daran, behutsam einen Seestern nach dem anderen aufzuheben, jedem einzelnen leise ein paar Worte der Ermutigung zuzusprechen, und ihn danach sachte ins Meer zurück zu werfen.
Ein alter Mann beobachtete sie bei seinem Spaziergang und als er näher gekommen war, sprach er das Mädchen an: „Was machst du denn da?“ Sie richtete sich auf und antwortete: „Die Seesterne sind von der Flut an Land gespült worden - sie müssen schnell ins Wasser zurück, sonst vertrocknen sie und sterben." Der Mann runzelte die Stirn und entgegnete kopfschüttelnd: "Es sind doch viel zu viele! Du kannst sie nicht retten. Das ist sinnlos. Du kannst es nicht ändern." Das Mädchen hob lächelnd den nächsten Seestern auf, flüsterte ihm ein paar Worte des Trostes zu und warf ihn mit sanftem Schwung ins Meer zurück. Dann sah sie dem Mann ins Gesicht. "Doch kann ich. Für diesen einen ändert es alles.“
Zebra nickt. -Schön hast du das erzählt. Danke, dass du mich daran erinnerst.
One is None?
-I’m not in the mood for a chat today! says Zebra, just as Okapi strolls over.
-It’s all right, it’s all right! We don’t have anything urgent to discuss. But what’s got you in such a bad mood? asks Okapi.
-When I look at the influence narcissistic and immature humans have, I sometimes can’t think of anything that hasn’t already been said a thousand times. It’s happening again right now – every day the idiocy and disasters pile up. It’s hard to remember that this isn’t all there is.
-Yes, the disasters are man-made. We know that. They’re often the result of personal sensitivities. Of humans who seem not to care about anything else.
-Power games, coupled with an oversized dose of short-sightedness, grumbles Zebra.
-The consequence of destructive playground squabbles: everyone – including many who are not involved in the conflict – is affected.
-But of course, you have to assess who and what can be saved. That’s inevitable. You could almost see it this way: some humans destroy everything, whilst others rebuild, repair and help to heal. And on top of that, you often have to ask yourself whether it makes any difference if you can only save individual humans or animals.
-I can tell you a story about that.
-Have I heard it before?
-Yes, I think so.
-Does it take place by the sea?
-Yes.
Zebra’s face brightens a little. -Grand, then tell me, I think I know what’s coming.
Okapi clears its throat and pauses dramatically before beginning to tell the story in a pleasant voice:
-One morning, on a bright sandy beach, there were countless starfish, washed up by the strong waves of the previous night. A little girl saw this as she was happily walking along a path that ran close to the beach. Immediately, she took a shortcut down to the water and set about carefully picking up one starfish after another, whispering a few words of encouragement to each one, and then gently throwing it back into the sea.
An old man watched her as he went for a walk, and when he had come closer, he spoke to the girl: “What on earth are you doing?” She sat up and replied: “The starfish have been washed ashore by the tide – they need to be put back in the water quickly, otherwise they’ll dry out and die.” The man frowned and replied, shaking his head: “There are far too many! You can’t save them all. It’s pointless. You can’t change anything.” The girl picked up the next starfish with a smile, whispered a few words of comfort to it, and tossed it back into the sea with a gentle flick of her wrist. Then she looked the man in the face. “But I can. For this one, it makes all the difference.”
Zebra nods. - Beautifully told. Thank you for reminding me.





Kommentare